Reanimation im Prolonged Field Care

Fallbericht einer erfolgreichen Reanimation mit gutem neurologischen Outcome

Die Reanimation eines Patienten stellt verschiedene Herausforderungen an das Team. Die Reanimation selbst ist ein aufwendiges, Personal- und Material-invasives Verfahren. Nach einer erfolgreichen Reanimation folgt die Postreanimationsphase mit einem meist kritisch-instabilen Patienten. In Umgebungen in denen mit einer Prolonged Field Care Situation zu rechnen ist, gilt die Reanimation als kritisches Verfahren. Dieser Fallbericht beschreibt die erfolgreiche Reanimation eines Patienten in der Antarktis mit gutem neurologischen Outcome.

Erschienen ist der Fallbericht im Dezember 2025 im Wilderness & Environmental Medicine, the official journal of the Wilderness Medical Society. Leider handelt es sich nicht um einen frei lesbaren Artikel, sodass die meisten vermutlich mit dem Abstract arbeiten müssen.

Beschrieben wird ein beobachteter Kreislaufstillstand im Speisesaal einer Station der Antarktis. Der Patient wurde umgehend von Ersthelfern reanimiert. Die erst-eintreffenden Feuerwehrleute übernahmen die Reanimation. Der initiale Rhythmus war Kammerflimmern, sodass der Patient defibrilliert wurde. Anschließend brachten die Rettungskräfte den Patienten auf die Krankenstation der Klinik. Dort wurde der Patient erneut defibrilliert und medikamentös nach ACLS-Protokoll behandelt. Im Rahmen der Behandlung konnte ein ROSC festgestellt werden.

Als Ursache für den Kreislaufstillstand wurde anschließend ein Vorderwandinfarkt mit ST-Hebungen (STEMI) erkannt. Der Patient wurde vor Ort lysiert und für einen Transport nach Neuseeland vorbereitet. Der Flug dauerte 7 Stunden. Die gesamte Zeit vom Herz-Kreislaufstillstand bis zum Eintreffen in die behandelnde Klinik betrug 12 Stunden. Dort wurde die vordere linke absteigende Koronararterie wiedereröffnet.

Das Outcome des Patienten wird als gut beschrieben. Es gibt keine neurologischen Einschränkungen. Über den weitere Zustand des Patienten ist leider nichts beschrieben.

Schlussfolgerung

Der Patient hat ein gutes neurologisches Outcome, trotz langer Transportzeiten und der Behandlung vor Ort. Die geschulten Teams haben sich eng an bestehende Algorithmen und Empfehlungen gehalten und eine Leitliniengerechte Therapie durchgeführt.

Es handelt sich um eine Prolonged Field Care Situation, auch wenn die Autoren dies nicht benannt haben. Das gute Outcome ist mutmaßlich ein Ergebnis der guten Behandlung in der Akutphase, aber auch in der anschließenden Behandlung des Patienten bis zum Eintreffen in das übernehmende Krankenhaus.

Prolonged Field Care ist mehr als ein Buzzwort der Taktischen Medizin. Es ist eine Zusammenstellung medizinischer Verfahren außerhalb der normalen Abläufe. Für das bestmögliche Patienten-Outcome muss das versorgende Personal die richtigen Entscheidungen treffen und den Patienten nach dem tatsächlichen Bedarf behandeln.

Eine Reanimation im Prolonged Field Care Szenario kann erfolgreich sein. Initial ist der Erfolg aber auch von den konsequent und gut durchgeführten Erstmaßnahmen abhängig.

Quellen

  • Powell, T. L., Montana, B. W. & McKeith, J. J. (2025b). Successful Treatment and Transport of a Prolonged Cardiac Arrest from the Antarctic Continent with Full Neurological Recovery. Wilderness And Environmental Medicine37(3), 417–423. https://doi.org/10.1177/10806032251401807
  • Ogle JW, Dunckel GN. Defibrillation and thrombolysis following a myocardial infarct in Antarctica. Aviat Space Environ Med. 2002 Jul;73(7):694‐98. PMID: 12137108.
Prolonged Field Care

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