
Während der Fokus in den ersten Minuten einer Notfallbehandlung sicher mehr auf dem „Rein“ liegt (siehe hier), stellt sich unweigerlich nach einigen Stunden auch die Frage nach dem „Raus“. Kot und Urin müssen irgendwo bleiben, und wird das Problem ignoriert, drohen schwerwiegende Folgen durch Wundliegen und Infektionen. Die einfachste, improvisierte Methode für den bettlägerigen Patienten ist dabei Do-it-yourself – einfache Bettpfanne und Urinflasche.
Inhaltsverzeichnis
Bettpfanne- oder medizinisch korrekt Steckbecken
Als Steckbecken eignet sich jeder Topf oder jede Pfanne. Man sollte im Kopf behalten, dass die Pfanne in der Verwendung unter den Patienten geschoben wird. Deswegen sollte die Pfanne möglichst flach sein. Hinzu kommen eine gewisse Breite und eine Mindestgröße. Hinzu kommt, dass ein abgeflachter Sitz zwingend angebracht sein muss, um den Beteiligten nicht zu schaden. Dieser Sitz lässt sich aus Karton improvisieren. Hier helfen Klebeband und Kabelbinder, die Auflage zu fixieren.

Die so geschaffene Bettpfanne ist allerdings maximal unhygienisch und lässt sich nur einmal einsetzen. Eine stabile Plastiktüte sorgt für die nötige Hygiene und macht die Entsorgung der Exkremente sicherer.

Einen weiteren Überblick über die Größenverhältnisse und die Anwendung verschafft der Artikel bei Wikipedia.
Urinflasche
Eine Urinflasche für Männer lässt sich sehr einfach aus einer Weithalsflasche für den Outdoorbereich improvisieren. Diese Flaschen haben den weiteren Vorteil, dass sie transparent sind und über eine Skala verfügen. Somit kann ermittelt werden, wie viel Urin abgegeben wurde. Wenn man professionelle Lösungen als Vorlage nimmt, lässt sich eine offene Urinflasche auch aus einer großen Plastikflasche improvisieren, aus der ein Teil herausgeschnitten wird. Die scharfen Ränder sollten allerdings abgeklebt werden.

Durchfall Betten
Unter der Bezeichnung Cholera-Bett finden sich im Netz eine Reihe von Angeboten von Betten für Durchfallerkrankte. Hier wird in eine Liege aus gut zu reinigendem Plastikmaterial ein Loch geschnitten. Unter diesem befindet sich dann ein Eimer, der die Exkremente aufnimmt. Da der Patient bei Cholera bis zu 10 Liter Flüssigkeit verlieren kann, ist ein Steckbett hier oft keine Lösung mehr. Im Notfall lässt sich auch solch ein Bett mit einem Feldbett improvisieren.
Und wenn man gar nichts hat?
Gut vorbereiten lässt sich die Versorgung von bewusstlosen, männlichen Patienten auch durch das Mitführen von Urinalkondomen. Diese sind Bestandteil des Minimal-PFC-Kit, das hier beschrieben wird.
Es sind natürlich auch Situationen denkbar, in denen man nur wenig oder kein Material hat. Hier helfen Tücher, kombiniert mit Folien, um Urin und Kot aufzunehmen und dann unter den Patienten hervorzuziehen. Neben dem hygienischen Problem, das dabei besteht, sollte man dabei auch nicht die psychischen Belastungen außer Acht lassen, die dadurch beim wachen Patienten entstehen.
Stoff, der Urin aufgenommen hat, sollte, sofern möglich, auch vorher und nachher gewogen werden. So lässt sich in etwa die Menge an Urin abschätzen, die abgegeben wurde.
Analyse und Diagnose
Jegliche Ausscheidungen sollten auch immer zur Diagnostik herangezogen werden. Schon die Farbe des Urins kann neben der Menge etwas über den Gesundheitszustand aussagen. Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr sollte der Urin so hell sein, dass man eine Zeitung dahinter lesen kann. Die angestrebte Menge Urin liegt bei 50ml die Stunde. Verfärbungen deuten allerdings auch auf Verletzungen und Krankheiten hin. Hier können Teststäbchen für Urin weiterhelfen, die bestimmte Substanzen wie Blut oder Albumin nachweisen können.
Auch Kot sollte immer in Augenschein genommen werden. Die Bristol Stool Chart hilft bei der Klassifikation von Kot und hilft bei der Weitergabe von Informationen. Die erwähnten Urinteststäbchen eignen sich auch bei Kot, um okkultes Blut nachzuweisen.
Entsorgung
Fäkalien sollten grundsätzlich als Risiko angesehen und sicher entsorgt werden. Hier ist die sicherste Entsorgung das Verbrennen. Eine weitere Möglichkeit ist das Vergraben. Hier muss auf einen entsprechenden Abstand zu landwirtschaftlich genutzten Flächen und Gewässern geachtet werden.
Fazit
Prinzipiell gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mit dem Problem der körperlichen Ausscheidungen umzugehen. Man sollte sich deshalb zeitnah nach dem Eintritt in die PFC überlegen, welche Möglichkeit geeignet ist und welches Material zur Verfügung steht.
Bildquellen
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