Tools zur Diagnostik

Diagnostik für den Rucksack

Nach dem Schema RUCK, TRUCK, HOUSE und PLANE gibt es eine Reihe von kleinen und leichten Diagnosetools, die man in den Rucksack packen kann. Einige davon stellen wir hier vor. Wie immer gilt es, abzuwägen, welche Diagnostik für den Rucksack in welchem Fall gebraucht wird. Neben Stethoskop, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät und Pupillenleuchte gibt es auch Dinge, die mehr spezifisch sind. Hierzu zählen unter anderem Schnelltests für Tropenkrankheiten und Blutdruckmanschetten für Kinder/Adipöse.

Stethoskop

Das Stethoskop ist ein sehr nützliches Arbeitsmittel in der Diagnostik. Der diastolische Blutdruck, Lungen- und Abdominalgeräusche oder das Fehlen eben dieser lassen sich schnell mit dem Stethoskop diagnostizieren. Allerdings reicht für eine einfache Untersuchung auch das aufgelegte Ohr, und wenn der vorhandene Platz für Ausrüstung gering ist, nimmt man lieber etwas anderes mit. Improvisieren lässt sich das Stethoskop durch eine einfache Röhre.

Blutdruckmessgerät

Ein Blutdruckmessgerät ist das Tool für die Diagnostik im Feld. Es ist verhältnismäßig günstig, weltweit verfügbar und bietet bei wiederholter Messung einen soliden Überblick über die Entwicklung des Kreislaufs des Patienten. Einschränkungen ergeben sich aber durch die Umgebung. Bei lauter Umgebung kann der Blutdruck nur palpatorisch gemessen werden und auch wenn das Gerät bei Temperaturen zwischen −10 und plus 40 °Celsius eingesetzt werden kann, ergeben sich durch große Kälte unter Umständen Messfehler.

Eine Improvisation des Gerätes ist nicht möglich. Ein Messen des radialen Pulses, um einen Mindestblutdruck festzustellen, ist fehlerhaft.

Thermometer

Ein Fieberthermometer ist ein sehr nützliches Tool, um eine Hypothermie oder Hyperthermie zu diagnostizieren. Bevorzugt wird hier die Temperatur rektal oder oral gemessen. Stirn oder Ohr sind oft zu ungenau. Einfache Thermometer können auch keine Hypothermie erfassen. Wenn man die Temperatur lediglich als Trend erfassen möchte, lässt sich mit einfachen Luftthermometern für Haushaltsanwendungen gut bedienen. Der Sensor wird unter der Achsel befestigt und zeigt kontinuierlich die Temperatur an. So lässt sich die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Hypothermie oder Hyperthermie grob abschätzen. Der Vergleich der Temperatur des Patienten mit der eigenen mit zwei Händen ergibt zumindest einen Eindruck von Fieber oder Unterkühlung.

Pulsoximeter

Der Pulsoximeter ist ein Must-have in jeder medizinischen Notfallsituation. Leicht, klein und günstig zeigt er über die Fingerspitze gezogen die Sauerstoffsättigung und meist auch den Puls an. Leider ist der Pulsoxi ziemlich anfällig für Störungen. Nagellack, kalte Finger und Kohlenmonoxid im Blut verfälschen die Ergebnisse. Improvisieren lässt sich der Pulsoxi zum Beispiel durch Smartwatches, die einen Pulsoxi eingebaut haben.

Pupillenleuchte

Eine Pupillenleuchte ist ein nützliches Tool bei der Beurteilung des neurologischen Status. Die Augen werden einzeln abgeschattet und auf Lichtreaktion überprüft. Hinzu kommen Größe der Pupillen, ihre Form (rund?) und Seitengleichheit. Neben der Überprüfung der Augen lassen sich mit der Pupillenleuchte auch Augen, Ohren und Nasenlöcher inspizieren. Einschränkungen für die Robustheit ergeben sich oft durch die Außentemperatur. Eine Pupillenleuchte ist größtenteils nicht für den Einsatz bei Eis und Schnee gemacht.

Improvisieren lässt sich eine Pupillenleuchte natürlich durch eine Stirn- oder Taschenlampe. Hier muss man allerdings die starke Leuchtkraft vieler Lampen einkalkulieren.

Urinteststreifen

14 verschiedene Werte mit etwas Urin? Klingt fantastisch? Urinstreifen werden oft als das Labor des kleinen Mannes angepriesen. Allerdings eignen Sie sich eher für eine allererste Untersuchung oder aber für ein weiteres Indiz, für eine bestimmte Krankheit. Gerade durch Essgewohnheiten, Rauchen und Alkoholkonsum kann das Ergebnis verfälscht werden. Und auch eine falsche Lagerung führt zu schlechten Ergebnissen. Fazit: ein Tool, aber keine absolute diagnostische Sicherheit!

Schnelltests

Bluttests können eine große Hilfe im Feld sein. Ein Tropfen Blut und schon kann man bestimmte Keime oder Prozesse im Körper nachweisen. Dabei muss man bestimmte Dinge aber bedenken. Tests sind nicht zu 100% valide. Man kann also nur mit einer großen Wahrscheinlichkeit Aussagen über Diagnosen treffen. Zum anderen ist auch die Frage, ob man das Ergebnis braucht. So werden unter anderem Tests für Influenza und Coronavirus angeboten. Die Information, ob man das eine oder das andere hat, wird in der PFC aber keine Rolle spielen, da beides in etwa gleich behandelt wird. Das Ziel der Testung muss also klar sein.

Fluorescin Streifen

Fluorescein-Teststreifen sind ein kleines und nützliches Tool bei der Beurteilung von Augenverletzungen. An sich wiegen Sie fast nichts und Sie sind klein im Packmaß. Allerdings benötigt man zusätzlich noch eine UV‑Lichtquelle. Diese ist wiederum anfälliger für Störungen. Man wird also von Fall zu Fall entscheiden, ob ein solches Tool sinnvoll ist. UV‑Licht ist auch bei der Beurteilung von Pilzinfektionen auf der Haut sinnvoll. Somit steigt der Wert einer UV‑Lichtquelle.

Otoskop / Ophthalmoskop

Eine Vorstellung des Arclight-Kombigeräts findet ihr hier.

Prolonged Field Care

Trage dich ein!

Wir informieren dich regelmäßig über alle Updates aus der Welt des Prolonged Field Care.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Verbinde dich mit uns

Trage dich ein und lasse dich über neue Inhalte und Informationen zu unserem Prolonged Field Care Kurs informieren.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Bildquellen

  • Thermometer: © https://prolongedcasualtycare.de
  • Pupillenleuchte: © https://prolongedcasualtycare.de
  • Urinsticks: © https://prolongedcasualtycare.de
  • Fluorescin Streifen: © https://prolongedcasualtycare.de
  • Diagnostikset: © https://prolongedcasualtycare.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen